Hochschulwettbewerb 2013

 

A cluster of nascent retinae generated from 3D embryonic stem cell cultures at University College London. Image by Anai Gonzalez-Cordero, UCL News on Flickr, CC BY-NC 2.0

 
 
Tuesday 19.01.16

Stem cells: insight into these potential allrounders

Stem cells provide opportunities both for medical research and for future therapies. In this interview Dr Katrin Zeilinger from the Berlin-Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien gave us insights into what stem cell research has to offer.

Sie arbeiten an Methoden, Stammzellen für therapeutische Zwecken zu produzieren. Wie würden solche Zellen eventuell eingesetzt und welche Patienten könnten davon profitieren?

Unser Ziel ist es, Stammzellen für die Behandlung von Leberkrankheiten einzusetzen. Leider gibt es bisher für die meisten Lebererkrankungen keine ursächliche Therapie, sodass in schweren Fällen nur die Lebertransplantation wirksam ist; es gibt aber viel zu wenige Spenderorgane. Einerseits wollen wir die Zellen — ähnlich wie bei einer Nierendialyse — zur kurzfristigen Entgiftung des Blutes einsetzen. Damit könnte vor allem Patienten mit einem akuten Leberversagen geholfen werden, um die Zeit bis zur Erholung der Leber oder bis zur Transplantation zu überbrücken. Andererseits arbeiten wir auch an Methoden zur Herstellung von Zellen für die Transplantation, um Patienten zu behandeln, die beispielsweise an einer angeborenen Stoffwechselstörung der Leber leiden. Dazu züchten wir die Zellen in speziellen Bioreaktoren an, um sie gezielt in Leberzellen zu differenzieren.

Forscher können Zellen künstlich umprogrammieren, damit eine beliebige Zelle zu einer Stammzelle wird. Diese Zellen sind Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS Zellen) genannt. Durch diese Methode werden Stammzellen ohne Embryonen gewonnen. Wäre es möglich, iPS Zellen für einen therapeutischen Einsatz zu verwenden, oder sind sie nur für der Grundlagenforschung relevant?

Prinzipiell bieten sich iPS Zellen für eine Therapie an. Ein großer Vorteil dieser Zellen gegenüber z.B. embryonalen Stammzellen ist, dass die Zellen vom Patienten selbst (autolog) gewonnen werden können. Bei einem therapeutischen Einsatz der eigenen Zellen sind daher keine Abstoßungsreaktionen der Patienten zu erwarten. Bevor iPS Zellen klinisch eingesetzt werden können, muss jedoch noch die Sicherheit der Zellen nachgewiesen werden. Ebenso wie bei embryonalen Stammzellen besteht aufgrund der hohen Vermehrungsaktivität der Zellen vor allem das Risiko einer Tumorbildung. Ausserdem kann es zu unerwünschten Zell- oder Gewebebildungen kommen, wenn die Zellen nicht vollständig in den gewünschten Zelltyp differenzieren. Es muss daher vor einer klinischen Nutzung von iPS Zellen noch an den Grundlagen geforscht werden, um das Zellverhalten ausreichend zu kontrollieren.

Stammzell-Tourismus gilt als gefährlich. Trotzdem reisen immer wieder Patienten ins Ausland für Therapien, die in Europa nicht zugelassen sind. Was sind die Risiken des Stammzell-Tourismus?

Das Hauptrisiko beim sogenannten Stammzell-Tourismus liegt darin, dass die angewendeten Methoden oft nicht ausreichend geprüft sind, um die Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten. Der Grund dafür, dass diese Therapien in Europa nicht zugelassen sind, ist in der Regel der fehlende Nachweis der Wirksamkeit, aber vor allem der Unbedenklichkeit. Leider machen sich manche unseriöse Anbieter die Verzweiflung schwerkranker Patienten zunutze, um an fragwürdigen Therapien zu verdienen.

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